#persönliches, #Van-Ausbau

Na, wenn das mal gut geht☝🏻

Zwei Jahre „Hans“ – Eure Fragen, meine Antworten☺️

„Na, wenn das mal gut geht!“ – das war in etwa der Standardsatz im Bekanntenkreis, als ich Ende September 2023 Hans vor meiner Türe stehen hatte. Die Skepsis war groß … nicht zuletzt auch bei mir, denn schon kurz nach der Anmeldung beim Straßenverkehrsamt dachte ich mir: „Hoffentlich habe ich da keinen Mist gebaut“. Auf dieser Seite kannst Du eigentlich relativ gut nachverfolgen, dass dem nicht so war. Und unterm Strich hat Hans mir viele wunderbare Momente geschenkt, die ich ohne ihn wahrscheinlich nicht (oder zumindest nicht so) erlebt hätte. 

Im Laufe der Zeit kamen immer wieder Fragen (hier, privat oder auf meiner Instagram-Seite), die ich heute gerne einmal zusammenfassen möchte, weil sie vielleicht doch für den einen oder anderen da draußen interessant sein könnten. Deshalb gibt es – jetzt und hier – meine „FAQ“ zu Hans und meinem ganz persönlichen „Vanlife-Mobil“. Viel Spaß damit!

Warum hast Du Dich für einen so alten Renault Trafic entschieden?

Ich könnte jetzt sagen, dass nur der Preis entscheidend war. Aber es sprachen wirklich einige Punkte für den Renault. 

Nachdem ich gemerkt hatte, dass sich seit meiner letzten Suche im Jahr 2010 nach einem VW Bus die Preise für diese Fahrzeuge fast verdreifacht hatten, musste ich zwangsläufig den Suchkreis erweitern. Corona hat es mir nicht leicht gemacht – gefühlt kostete einfach ALLES das Doppelte und Dreifache! Also fing ich an, die verschiedenen Lieferwagenmodelle zu vergleichen.

Ich möchte hier gar nicht auf alle Anbieter auf dem Markt eingehen. Aber folgende Pluspunkte habe ich bei meiner Recherche für den Trafic II (bzw. die baugleichen Modelle) ermittelt:

  • günstig in der Anschaffung
  • Karosserie hat wenig Rost, da „vollverzinkt“
  • 2,5 Liter Dieselmotor gilt als nahezu „unkaputtbar“
  • relativ sparsam für die Größe und das Gewicht
  • ausreichend und preiswerte Ersatzteile
  • sehr kompakt mit nur 4,98 Länge als L1H1

Am Ende meiner Suche hatte ich tatsächlich mehrere Fahrzeuge dieses Modells in meiner Favoritenliste (Opel Vivaro, Nissan Primastar, Renault Trafic). Natürlich kann man auch ordentlich abgeranzte Fahrzeuge bekommen. Aber alles in allem gibt es doch eine gute Auswahl an gepflegten Autos zu guten Preisen. 

Würdest Du Dich noch einmal für einen Trafic II entscheiden?

Ein klares „Ja“! Ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem Renault. Wenn man bedenkt, dass der Bus jetzt knappe 23 Jahre alt ist, macht er doch richtig Spaß und fühlt sich noch „up to date“ für mich an. Der 2,5-Liter-Diesel hat ausreichend Power, um auch mal auf der Autobahn ein paar LKWs zu überholen, der Sitzkomfort ist wie in einem normalen Auto, und die kompakte Größe ermöglicht es mir, nahezu überall problemlos parken zu können (selbst in Parkhäusern geht das meist noch gut, wenn die Einfahrt bis zu 2,10 Meter ist). Obendrein – und da bin ich wirklich ehrlich – mag ich das Design super gerne! Gerade bei der ersten Modellreihe haben es mir die Rückleuchten angetan, die durch ihren Look ein bisschen an die Citroen der 70er Jahre oder an Raumschiff-Design der 80er Jahre erinnern☺️

Warum hast Du keine feste Küche verbaut?

Wer diese Seite schon länger verfolgt, weiß, dass ich am Anfang eine kleine Küchenzeile verbaut hatte. Ich mochte die Küche wirklich gerne, aber irgendwie war mir das Teil auf längeren Strecken dann doch mehr im Weg, als dass es Nutzen gebracht hätte. 

Natürlich ist das praktisch, wenn man direkt alles am Start hat. Aber ich gestehe: Ich bin eh nicht der große Koch, und im Grunde nutzt man die Küche am Tag maximal 3-mal.

Das Induktionskochfeld hat mir auch zu viel Strom verbraucht. Letztendlich ist es mir so, wie es jetzt ist, am liebsten. Durch die neue Sitzecke habe ich auch tagsüber genug Stellfläche für den Gaskocher, ohne dass ich viel umbauen muss. 

Warum hast Du keine Heckküche bzw. keinen Heckauszug?

Ganz ehrlich? Ich finde das für meine Anwendungsbereiche unpraktisch. 

Ich fahre eher in die nördlichen Gegenden – also Dänemark, Norwegen, Schweden. Da ist die Wahrscheinlichkeit, dass es stark regnet und windig ist, relativ hoch. So sehe ich mich also nicht gemütlich am ausgezogenen Heck entspannt eine Suppe kochen😅

Mir war wirklich wichtig, dass ich auch relativ einfach im geschlossenen Innenbereich zumindest einen Kaffee oder ein paar Nudeln kochen kann. Wenn das Wetter total schön ist, kann ich den Gaskocher auch auf dem Tisch vor dem Bus problemlos nutzen. 

Wie macht Ihr das, wenn Ihr zu zweit in dem Auto seid? Ist das nicht zu eng?

Klar… Privatsphäre ist auf 2,2 Quadratmetern nicht wirklich gegeben. Aber bisher war das kein Problem für uns😅

Ganz im Gegenteil. Ich habe – natürlich für meinen Geschmack – das Beste aus dem Innenraum herausgeholt. Ich schraube meine Ansprüche selbstverständlich etwas zurück, wenn ich mit den Kindern unterwegs bin. Da liege ich dann auf der kleinen Fläche hinter den Sitzen. Aber es reicht mir komplett aus. Und morgens kann ich trotzdem meinen Morgenkaffee genießen, ohne dass ich den Mitfahrer wecke, der dann noch gemütlich hinter dem Vorhang weiterschlafen kann. Und wenn ich mal alleine unterwegs bin, nutze ich die ganze Länge zum Schlafen.

Über die vergangenen Monate habe ich tatsächlich gemerkt, dass weniger „mehr“ ist. Ich hatte gerade am Anfang wirklich so ziemlich alles im Auto, was ich bei den einschlägigen Youtube-Vanlifern gesehen habe. Man merkt aber schnell, dass man eben nicht das komplette Gewürzregal von Ankerkraut auf Augenhöhe hängen haben muss, um etwas Leckeres im Auto kochen zu können… ich hoffe, Du verstehst, wie ich das meine. Nichts gegen Gewürzregale und eine große Auswahl an selbigen, aber ich brauche das halt nicht.  

Warum hast Du den Bus nicht komplett gedämmt?

Beim Thema Dämmung bin ich wirklich etwas zerrissen … lohnt sich das überhaupt, und wie viel ist wirklich genug gedämmt?

Wenn man so wie ich so ziemlich alle auf YouTube verfügbaren Ausbauvideos für Busse und Vans ansieht, ist eines klar: Armaflex in die Rostbude, bis sich die Balken biegen! 

Ich habe dann tatsächlich erst einmal alle zugänglichen Hohlräume mit Armaflex gedämmt. Schnell war mir aber klar: Das war zu viel! Ich hatte Wasser in den Türen und Seiten, weil es nicht mehr richtig abfließen konnte. Also habe ich sinnvoll reduziert und dann war wieder alles gut. 

Aber… Hans hat halt eben Fenster an beiden Seiten – da ist jede Dämmung eigentlich sinnlos, weil diese Kältebrücken wirklich nicht gut in den Griff zu bekommen sind. Selbst mit Matten für die Fenster ist das schwierig.

Ich gehe davon aus, dass Dämmung durchaus Sinn macht – schon alleine wegen der Schallausbreitung im Inneren des Fahrzeugs. Allerdings glaube ich auch, dass man es nicht übertreiben muss, und ich bin mir sicher, dass sich ein komplett gedämmter Bus oder Van auch so im Winter innerhalb von 20 Minuten den Außentemperaturen angepasst hat. Somit belasse ich es einfach mal so, wie es jetzt ist. 

Sehnst Du Dich nicht manchmal nach mehr Platz?

Eine simple Antwort: Jein😉

Manchmal spiele ich mit dem Gedanken, dass ich Hans vielleicht doch verkaufe und mir dafür ein richtiges Wohnmobil hole – also so einen Alkoven für kleines Geld, den man sich dann schön herrichten kann. 

Warum? Nun ja … es gibt Momente, da würde ich gerne mit beiden Kindern unterwegs sein. Es quält mich immer sehr, wenn einer zu Hause bleiben muss. Allerdings bin ich auch realistisch genug und weiß, dass beide Kinder aufgrund des Altersunterschieds zusammen aktuell nicht so funktionieren würden, wie ich mir das in meinen Träumen vorstelle. Und schon ist der Wunsch nach mehr Platz wieder weg. 

So bin ich mit der Größe von Hans wirklich mega zufrieden. Ganz im Gegenteil: Größer oder länger würde mich wahrscheinlich schon wieder stressen, wenn ich irgendwo in eine Stadt fahren würde. So weiß ich, dass ich easy auf normalen Parkplätzen stehen kann. Das bringt mir eine Menge Ruhe in den Laden. Dazu fühle ich mich super wohl in dem Auto – auch wenn wir zu zweit unterwegs sind. Mit der neuen Sitzecke, die ich im Herbst 2025 gebaut habe, habe ich wirklich einen schönen Platz für mich geschaffen. 

Was würdest Du heute nicht mehr oder anders machen, wenn Du noch einmal einen Bus ausbaust?

Über die zwei Jahre gab es schon viele Learnings, die ich nicht missen möchte. Und natürlich hätte ich mir die eine oder andere Sache sparen können. Aber ich hatte einfach keinen Plan von Camping und wusste zum Start auch nicht, was man braucht (und eben auch was nicht). Dazu habe ich vieles geglaubt, was mir in YouTube Videos gezeigt wurde.

Was ich mir heute wirklich sparen würde, sind die ganzen „Ausziehsachen“. Ich hatte ja ein Bett, das man ausziehen konnte– total hinderlich, wenn man zu zweit im Bus unterwegs ist. 

Auch der Auszug für die Kühlbox hat es in den aktuellen Ausbau nicht wieder reingeschafft. 

Vielleicht bin ich da auch zu pragmatisch, aber aktuell ziehe ich halt die Kühlbox unter der Bank einfach auf Filzgleitern heraus, wenn ich sie brauche. Ganz ohne Schiene – geht auch!

Oder aber auch die ganzen Küchenutensilien. Ich habe es vorhin ja schon einmal geschrieben: Warum sollte ich mehr Küchenzeugs im Bus haben, als ich es zu Hause nutze? Dann gibt es halt nur Nudeln mit Tomatensauce und kein Sternemenü😅


Das waren ein paar Antworten auf immer wiederkehrende Fragen. Ich hoffe, dass ich ein wenig Licht ins Dunkel bringen konnte. Wenn Du auch eine Frage hast, die hier unbeantwortet geblieben ist, dann schreib mir gerne! Manchmal dauert es mit einer Antwort, aber ich antworte eigentlich immer. 

Vielen Dank für Deine Zeit!

Dein

Andy🍀

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